CobWebb Antenne

Vor einiger Zeit entdeckte ich bei der Suche nach alternativen, platzsparenden Antennen eine Version von Steve Webb (G3TPW). Eine Antenne aus abgewinkelten Dipolen für 10-20m die omnidirektional abstrahlt. Die Trägerkonstruktion ist ein Kreuz aus je 50cm Alu-Rohr, die mit Rohrschellen auf einer Grundplatte aus Edelstahl oder Alu montiert sind. Die vier Elementeträger aus nicht leitendem Material habe ich mir aus teleskopierbarem Carbonrohr passend zuschneiden lassen, die Durchmesser sind unkritisch. Ein weiteres CFK-Rohr trägt später die Anschlussbox mit 1:4 Guanella BalUn für die Einspeisung. Dieses CFK-Rohr steckt auf einem Alu-Rohr, welches die Grundplatte mit der Mastanschlagplatte verbindet. Die Masthalterung besteht je nach Mastdurchmesser aus zwei 47mm oder 60mm Auspuffschellen.

Wenn die Elementeträger aus CFK-Rohr ineinander gesteckt und mit 3.5mm Treibschrauben gesichert sind, können die Kabelbinder-Halter für die Strahlerdräte angebracht werden. Damit sie unter der Zugkraft der Strahler nicht auf den Elementeträgern nach innen rutschen, habe ich vor den Kabelbinder-Haltern ebenfalls eine 3.5mm Treibschraube gesetzt. Nun können die CFK-Rohre auf die Alu-Trägerrohre gesteckt und mit Schrauben gesichert werden. Damit ist das Grundgerüst der Antenne fertig und die Anschlussbox kann aufgebaut werden. Dazu werden die Anschlussschrauben für die Dipole und eine SO-239 Chassisbuchse eingeschraubt und der BalUn wird eingelötet. Wenn alles fertig verschraubt ist, sollte die Anschlussbox etwa wie auf dem Bild oben aussehen, das Speisekabel kann angeschlossen werden. Einzelheiten zum BalUn-Aufbau findet ihr in dieser pdf-Datei.

Die Strahler

Ich habe die Antenne von G3TPW wegen der einfacheren Abstimmung nach G3TXQ mit einadrigen Strahlern aufgebaut. Die Dipole werden aus 2x 0.75mm² KFZ Cu-Leitung auf Maß gesschnitten, dabei bitte die Zugaben für die Feinabstimmung beachten. An einem Ende lötet man zwei 5mm Kabelösen an. Die zugeschnittenen Leitungen werden nun zur linken und rechten Dipolhälfte auseinander gezogen.

Jetzt werden die Kabelösen der roten Dipolhälften mit der einen und die der schwarzen Dipolhälften mit der anderen Anschlußklemme der Anschlussbox verschraubt. Diese sind in der Anschlussbox mit dem parallel verdrahteten Anschluss des BalUn verlötet. Der in Serie geschaltete Ausgang des BalUn wird mit der SO-239 Chassisbuchse verlötet, wir müssen ja die etwa 12 Ohm Fußpunktwiderstand der Dipole auf unsere 50 Ohm Speiseleitung transformieren. Die Anschlussbox wird am Trägerrohr montiert und die Dipolhälften, beginnend mit dem 10m-Band, durch die Kabelbinder auf die gegenüberliegende Seite der Antenne geführt. Die Strahlerdräte sollten in den Haltern beweglich sein, sonst könnte sich das Trägerkreuz beim Spannen der Elemente verformen.

Abstimmung

Die gestaltet sich bei dieser Version der CobWeb Antenne recht einfach. Wir brauchen etwas Gummiband zum spannen der Elemente, dazu noch Isolatoren und Haken. Um die Dipole abzustimmen, lege ich die Enden durch einen Acrylisolator als Schlaufe um. An einem Dipolende wird am Isolator ein 25cm-Stück Gummiband verknotet. Das andere Ende des Gummibandes bekommt einen Haken, der in den zweiten Isolator eingehakt wird und so den Dipol spannt. Nacheinander werden jetzt die Dipole durch Längenänderung abgestimmt und das SWR mit einem Antennenanalyser gemessen. Auf 20m war das SWR mit 1.4 : 1 nicht optimal, mit 1:1 lagen alle anderen Bänder aber top!

Beim Bohren der CFK-Rohre entsprechend der Maßskizze bedarf es etwas Vorsicht und vor allem Präzision. In meiner Kellerwerkstatt ist das zum Glück kein Problem. Ich habe fast alle Maße aus der Bauanleitung von Steve, G3TXQ, übernommen und für die Treibschrauben mit 2.5mm vorgebohrt.
Wegen des großen Interesses habe ich eine Materialliste mit den Bezugsquellen und eine detaillierte Aufbauanleitung erstellt.